Axel STASNY,
noch jung an Jahren und wie sein Vater Horst ebenfalls Mitglied im SYNDIKAT FOTO FILM, betritt die große Bühne der Dokumentarfilmer, um seinen neues Werk unter anderem auch im Cinema Paradiso St. Pölten zu präsentieren, wozu die Photographische Gesellschaft am Weltfrauentag einlud.
Es ist dies ein einnehmender, humorvoller Streifen, der die Liebe der 92-jährigen Eleanor - einer vermögenden, unabhängigen, aus Deutschland stammenden Innenarchitektin - zu dem 22-jährigen Kellner Peter in unsere Gegenwart bringt. Der Film spielt in der riesigen New Yorker Wohnung von Eleanor, die viele Botschaften mit aller Art Möbel und Dekor ausstattet.
„Eleanor und ich lernten uns bei den Dreharbeiten zu meinem ersten Dok-Film „Leaving the Nest“ kennen. Ich war gerade erst in New York angekommen, auf Wohnungssuche, als sie mich einlud, noch am selben Tag bei Ihr einzuziehen . . .“ erzählt Axel und merkt auch an, dass das Alter Eleanors für ihn keine Rolle spielte. Wenn man mit ihr sprach, trat dies auch vollkommen in den Hintergrund. In ihrer Art wirkte sie alterslos . . . Über die Jahre entwickelte sich eine enge Freundschaft zu ihr – und in ihrem Lieblingsdiner begrüßte man die beiden mit den Worten „The usual?“.
Was Axel anfangs für Verliebtheit hielt, war Eleanors starkes Festhalten am Leben. Eine Auseinandersetzung mit ihrer Identität, ihrer Selbstakzeptanz und den Erwartungen, die an sie als ältere Frau gestellt wurden. Einen ihr Glück im ewig scheinenden Leben widerspiegelnden Tanz lieferte Eleanore im Alter von 92 Jahren vor der Kamera - wenig später starb sie . . . mit 93.
Axel Stasny beim Interview - Foto: Gerhard Sokol
„In meinen Filmen - eigentlich immer mehr - beschäftige ich mich bewusst mit älteren Menschen, weil ich sie unterrepräsentiert empfinde, weil sie oft auf bestimmte Bilder reduziert werden: auf das Schrullige, das Skurille oder das harmlos Exzentrische. Empfindungen wie Sexualität, Begehren und Liebe werden ihnen häufig abgesprochen oder ins Lächerliche gezogen. Als ehemaliger Zivildiener in einem Altenheim weiß ich, dass Sexualität im Alter nicht aufhört – sie wird nur tabuisiert. Die Szenen zeigen wirklichkeitsnah, worum es im Leben auch der Älteren zumeist geht: Fitnessübungen, farbenfrohe Garderobe, Gesellschaft, Event-Locations, schmerzvolle Schönheitskorrekturen, Umarmungen und Nähe . . .“
EIN LEBEN IN FARBE, Ö 2025, 71min, Crossing Europe Award – Local Artist, 2025
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